Vorbereitung

 

 

1 Allgemeines:

Der Lehrer hat das Recht und die Pflicht, an der Gestaltung des Schullebens mitzuwirken. Seine Hauptaufgabe ist die dem § 17 entsprechende Unterrichts- und Erziehungsarbeit. Er hat den Unterricht sorgfältig vorzubereiten[1], so heißt es im Schulunterrichtsgesetz § 51 Abs.1

 

Auch der Lehrplan verlangt unter Allgemeine Bestimmungen bei Punkt 4, dass der Lehrer seine Unterrichts- und Erziehungsarbeit auf der Grundlage des Lehrplans eigenständig und verantwortlich zu planen hat. Die Entscheidungsfreiräume im Rahmenlehrplan erfordern vom Lehrer

·     die Konkretisierung des allgemeinen Bildungszieles, der Bildungs- und Lehraufgaben der einzelnen Unterrichtsgegenstände und der fachübergreifenden Lernbereiche

·     die Auswahl der Lehrstoffe

·     die zeitliche Verteilung und Gewichtung der Ziele und Lehrstoffe

·     die Festlegung der Methoden und Medien des Unterrichts

 

Weiters ist im Kapitel 4 Unterrichtsplanung auf die Jahresplanung, die in dern ersten Wochen des Schuljahres zu erstellen ist, hingewiesen. Zusätzlich erlaubt eine mittelfristige Planung Korrekturen in der Jahresplanung.

Ebenso verlangt der Lehrplan im 3. Teil,  allgemeine didaktische Grundsätze eine didaktische Analyse (Planung und Vorbereitung), die eine Gewichtung der Lerninhalte, eine Formulierung von Feinzielen für die Unterrichtsarbeit und eine Strukturierung der Lerninhalte postuliert. (Tagesvorbereitung)

 

Die Notwendigkeit von Unterricht ist heute unbestritten, die lerntheorethische Begründung kann sich auf folgende Aussagen stützen:

·     zur Orientierung in unserer komplexen Gesellschaft müssen wir sehr viele Erfahrungen und ein sehr großes Ausmaß an Wissen parat haben

·     wir können nicht alle Erfahrungen selbst erleben und nachvollziehen, da der einzelne einer beschränkten, situationsgebundenen Erfahrungswelt verhaftet ist[2]

 

 

 

Die Durchführung des Unterrichts ist Schulen überantwortet, die

·       Inhalte vermitteln sollen, die der Lebensbewältigung dienen

·       Inhalte vermitteln sollen, die den Lehrplänen und Richtlinien entsprechen

·       durch Spezialisten für Unterricht und Erziehung Lernsituationen schaffen sollen

·       durch zielorientiertes Handeln Lerninhalte auswählen und räumlich und zeitlich richtig zuordnen können

·       durch sachgerechte Methoden systematisch Inhalte, Erfahrungen und Verhaltensweisen vermitteln sollen

·       Nichtwissenden Inhalte und Handlungsanweisungen für künftiges Tun bringen sollen

·       formale und abstrakte Qualifikationen ermöglichen sollen

·       werten und bewerten müssen, die Qualifikationen aussprechen und Auslesefunktionen wahrnehmen

·       am Erreichen ihrer Ziele gemessen werden

·       die Fähigkeit und den Willen, mit der Umwelt zu kommunizieren, wecken und fördern sollen

·       das Bewusstsein von der Geschichtlichkeit der eigenen Existenz transportieren sollen

·       Wachheit für letzte Fragen erzeugen sollen

 

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie liefert aber den kausalen Imperativ, warum Unterricht, so er Intentionalität, Zielorientiertheit und Komplexität gerecht werden soll, geplant werden muss, warum durch antizipierte Entscheidungsprozesse der eigentlichen Unterrichtsarbeit mehr Intensivität verliehen werden kann.

 

 

Das Analysemodell von Schulz[3] verlangt folgendes:

·     Formulierung von Lernzielen

·     Umsetzung der Lernziele in Handlungen, deren Bewältigung das Erreichen der Lernziele anzeigt

·     Darstellung der Voraussetzungen, soweit sie für den zu planenden Unterricht relevant sind

·     Auswahl von Methoden und Medien

 

Der Lehrer muss also, bevor die eigentliche Unterrichtsarbeit beginnt, eine Reihe von Entscheidungen treffen und in seine Unterrichtsplanung aufnehmen:

·     Inhaltsentscheidung

·     Lernzielentscheidung

·     Zeitbedarfsentscheidung

·     Methodenentscheidung

·     Medienentscheidung

·     Evaluationsentscheidung

·     Implikationsentscheidungen

Þ Sitzordnung

Þ Raumauswahl

Þ Gruppengröße

Þ soziokulturelle Strömungen

Þ entwicklungspsychologische Strukturen

·     Arbeitsformentscheidung

Þ Darbietender Unterricht (Lehrervortrag, Lehrerdemonstration)

Þ Erarbeitender Unterricht (Lehrgespräch, Klassengespräch)

Þ Aufgebender Unterricht (Individualisdierung, Differenzierung)

 

Was ist ein professioneller Lehrer?

Projiziert man landläufige Merkmale der Professionalitätsforschung auf den Lehrerberuf, dann ergäbe sich, wie Lenzen meint, eine Charakterisierung des professionellen Lehrers, die unter anderem folgende Kriterien aufweist:


o Ein professioneller Lehrer wählt seinen Beruf primär in Hinblick auf die Berufstätigkeit, in zweiter Linie aufgrund des Fachinteresses oder aufgrund von Arbeitsmarktbedingungen.

o Er hat ein mehrfaches Selektionsverfahren und eine professionelle, berufsbezogene Ausbildung hinter sich gebracht.

o Er nimmt regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil und befindet sich deshalb auf dem jeweils gültigen Stand fachlicher und berufswissenschaftlicher Forschung, deren Resultate in das berufliche Handeln umgesetzt werden.
o Er hält angemessene Distanz zu Schülern und Eltern.

o Er erwartet ein angemessenes Feedback über seine Arbeitsqualität von den Dienstvorgesetzten.

o Er verfügt über die Fähigkeit, gültiges Wissen bei den Schülern entstehen zu lassen und dieses auch begründen zu können.

o Er verfügt über technisch kontrolliertes Regelwissen des Unterrichtens und des Erziehens.

o Er übt seinen Beruf souverän aus, das heißt, er bestimmt selbst den Ausnahmezustand, gegebenenfalls auch mit direktiven Mitteln.

o Er ist konflikt- und teamfähig.

o Er hat eine optimistische Grundeinstellung.

o Er definiert klare Unterrichtsziele und führt einen klar strukturierten Unterricht durch.

 

2 Entwurf einer Unterrichtsstunde:

 

Am Anfang stehen viele Fragen, aber nur wenige Antworten. Beruhigend mag die Feststellung wirken, dass man auf der Suche nach einem Planungsmodell für Unterricht ist, allerdings ist es bis heute nicht entdeckt worden[4]. Ebenso sei die häufig in Lehrerkreisen andiskutierte Meinung angeführt, die der Unterrichtsplanung die Improvisation gegenüberstellt, denn in der Improvisation zeige sich der wahre Meister. Das ist richtig, nur zeigt sich eben nur der Meister, der sein Handwerk versteht und bei unvorhergesehenen Situationen einen anderen, neuen Plan entwirft, um doch noch an sein Ziel zu kommen.

 

„Planung ist ein strukturelles Moment des Unterrichts, das heißt ein Unterricht ohne Planung ist nicht denkbar. Unterricht ist eingerichtet zu dem Zweck, Heranwachsende absichtsvoll, zielstrebig und regelmäßig lernen zu machen. Und als solcher ist er auf planvolle Vorbereitung und Steuerung von Aktivitäten angewiesen, durch die Lernprozesse ausgelöst und erfolgreich beendet werden können[5].

 

2  1 Formulierung von Lernzielen

 

Die Bildungsinhalte der jeweiligen Schule sind im Lehrplan allgemein formuliert, jeder Lehrer hat in seiner Verantwortlichkeit diese Lernziele zu realisieren.

 

 

Lernziele können auf unterschiedlichem Niveau formuliert werden:

Þ Richtziele: sind Lernziel auf hohem Abstraktionsniveau, sie enthalten den geringsten Grad an Eindeutigkeit und Präzision, ihre Beschreibung ist global, umfassend und unspezifisch

Beispiel: Den Schülern soll ein so großes Maß an Sicherheit im Bereich Rechtschreiben vermittelt werden, dass sie in ihrem Alltag mögliche Schreibsituationen bewältigen können.

 

Þ Grobziele: sind Lernziele auf mittlerem Abstraktionsniveau, ihre Beschreibung umfasst eine vage Endverhaltens-beschreibung ohne Angabe des Beurteilungsmaßstabes

Beispiel: Die Verdoppelung von Konsonanten

 

Þ Feinziele: sind Lernziel auf niedrigem Abstraktionsniveau, sie dienen der Erstellung von Lernzielen für eine Unterrichtseinheit und für eine bestimmte Lerngruppe, sie enthalten den höchsten Grad an Eindeutigkeit und Präzision, sie schließen alternative Interpretationen aus, ihre Beschreibung gibt das zu erreichende Endverhalten und den Beurteilungsmaßstab genau an.

Beispiel: Kreisberechnung - woher kommt die Zahl p ?

 

Lernziele können aber auch nach folgenden Kriterien eingeteilt werden:

Þ Kognitive Ziele: sie beziehen sich auf Wissen, Denken, Kenntnisse, Problemlösungsstrategien und intellektuelle Fähigkeiten.

Þ Affektive Ziele: sie beziehen sich auf die Veränderung von Interessenlagen, auf die Bereitschaft, etwas zu tun oder zu denken, auf die Einstellungen und Werte und deren Erhaltung.

Þ Psychomotorische Ziele: sie sehen manipulative und motorische Fertigkeiten des Schülers als wichtig an.

 

2 2 Operationalisierung von Lernzielen

 

Obwohl sich nicht alle Lernziele operationalisieren lassen (z. B. ethische Ziele), lassen sich doch eine Reihe von Gründen aufzählen, warum ein solches Verfahren zielführend ist:

 

 

2 2 1 Auswirkungen für den Schüler

Þ sie erkennen die Unterrichtsabsicht

Þ sie erhalten präzise Anweisungen

Þ sie kennen die Bedingungen

Þ sie können sich selber kontrollieren

 

2 2 2 Auswirkungen für den Lehrer

Þ er kann leicht überprüfen, ob das Schülerverhalten zieladäquat ist

Þ er kann den Lernfortschritt und den Lernerfolg unmittelbar kontrollieren

Þ er kann Schwierigkeiten der Schüler eindeutig zuordnen

Þ er kann sich zielgerichteter einzelnen Schülern zuwenden

 

 

3 Planung einer Unterrichtsstunde

 

Eine Unterrichtsstunde dauert laut § 4 Schulzeitgesetz 50 Minuten, rechnet man für Begrüßung, Organisation und Stundenschluss 5 Minuten ab, so verbleibt bei pünktlichem Unterrichtsbeginn 45 Minuten effektive Unterrichtszeit.

 

3 1    Phasen des Unterrichts

Exemplarisch lassen sich folgende Unterrichtsphasen auflisten:

 

·     Wiederholung des Stoffes

·     Einstieg in den Sachverhalt

·     Einstimmung, Hinführung

·     Vorbereitung der Materialien

·     Anknüpfung an die vorhergegangene Stunde

·     Zielangabe

·     Problemstellung als Anreiz

·     Information als Einstieg

·     Erarbeitung eines Sachverhaltes

·     Ausführung einer Aufgabenstellung

·     Anwendung des Gelernten

·     Vertiefung des Problems

·     Übung einer Fertigkeit

·     Transfer auf andere Bereiche

·     Arbeitsplanung weiterer Lernschritte

·     Aufgabenstellung für eine Übung

·     Durchdringung eines Problems

·     Systematisierung der Ergebnisse

·     Ergebnissicherung durch Merktexte

·     Zusammenfassung

·     Arbeitsanweisungen für Übungen

 

Eine Unterrichtsstunde sollte nach bestimmten Gesichts-punkten gegliedert und aufgebaut sein, sie muss in bestimmte Phasen unterteilt sein, sie muss dem Begriff „Artikulation des Unterrichts“ gerecht werden.

 

 

3 2 Aktionsformen des Lehrers

 

Grundsätzlich ist zwischen zwei Formen zu unterscheiden:

·     direkte Aktionsform

Dazu zählen der Lehrervortrag (Erzählung, Schilderung, Beschreibung, Bericht), die Demon-stration, die Darbietung, das Unterrichtsgespräch, die Frage, der Impuls, die Denkaufforderung, der Lösungsansatz

·     indirekte Aktionsform

Schriftliche Arbeitsanweisungen, Lernprogramme. Offener Unterricht mit Arbeitsaufträgen, EDV-gestützter Unterricht, Lernspiele, Filme, mediale Aufbereitung sind Formen indirekten Unterrichts

 

3 3   Arbeitsformen des Unterrichts

 

Als Arbeitsformen bieten sich an:

·     darbietender Unterricht

darbietend, vortragend, erzählend, vorführend, vorzeigend, vormachend, Lehrer ist aktiv, Schüler ist rezeptiv

·     erarbeitender Unterricht

fragend, entwickelnd, durch Impulse gesteuert, als

Lehrgespräch, als Unterrichtsgespräch, als Diskussion, Schüler und Lehrer ergänzen sich, keine einseitige Verteilung von Aktivität und rezeptivem Verhalten

 

3 4 Sozialformen des Unterrichts

 

Unter Sozialform versteht man die räumliche und soziale Organsisation der am Unterricht beteiligten Schüler und Lehrer. Man unterscheidet:

Frontalunterricht, Gruppenunterricht, Partnerarbeit, Einzelarbeit, Team-teaching, integrative Formen

 

3 5 Unterrichtsmedien

 

Diese Träger von Informationen sind nicht nur audiovisuelle Medien, sondern auch Printmedien (Schulbücher, Lexika, Zeitungen, Atlanten, Arbeitshefte), visuelle Informationsträger (Landkarten, Bilder, Tabellen, Spielmaterial), reale Gegen-stände ( Lebewesen, Geräte, Sammlungen), technische Medien ( Radio, Fernsehen, optische Geräte, Laborein-richtungen, Tonband, Fotoapparat) und die heute schon  eigenständige Gruppe der Telekommunikation und CD-Technik (CD-Rom, Internet, Telebanking, Netzwerke).

 

 

4 Das schriftliche Konzept

 

Jeder Unterrichtende muss selbst ein Modell entwerfen, nach dem er am besten planen und arbeiten kann, wichtig ist nur, dass dieses Modell zielführend ist und alles enthält, was der Motivation, der Didaktik und Methodik entspricht, was einem modernen, am Stoff und am Schüler orientierten Unterricht entspricht. Eine Vorbereitung, die nur für das Auge des Direktors oder des Inspektors gemacht ist, ist sinnlos, sie berücksichtigt in keiner Weise die schulischen Aspekte, sondern sie dient nur einem pädadgogischen Narzissmus, der nicht nur abzulehnen ist, sondern eo ipso zum Scheitern verurteilt ist.

 

Als Modell, das zur Orientierung geeignet ist, präsentiere ich folgende Unterrichtsvorbereitung, die in drei Hauptgruppen gegliedert ist:

 

4  1 Allgemeine Angaben:

 

Folgende Daten sollten enthalten sein:

 

Klasse

Gruppe(bei Leistungsgruppen)

Fach

Datum(Uhrzeit)

Unterrichtsthema - Lernziel

 

 

4  2  Verlaufsplanung

 

Die entscheidende Frage ist, wie kann das definierte Lernziel am besten erreicht werden. Voraussetzung ist, dass das Lernziel exakt festgelegt worden ist (siehe Zielplanung). Günstig erweist sich für eine Verlaufsplanung ein Raster, der die einzelnen Schritte bereits vorgibt.

 

A) 

Einstieg

Wiederholung als warming up

B) 

Arbeitsanweisungen

Erklären der Materialien, Unter-suchungen, Aufgabenstellung

C) 

Erarbeitung

Schüler suchen nach Lösungen

D) 

Zusammenfassung

Merktext, Ergebnisse bewerten und sichten

E) 

Übung und Festigung

Anwenden des Unterrichts-ertrages, Transfer

F)  

Hausübung

Üben unter verschiedenen Bedingungen

G) 

Methodische Hinweise

Analyse, Problem lösen, vortragend, erarbeitend

H) 

Arbeitsmittel

Arbeitsblätter, Landkarten, Folien, Wandbilder, Video

 

4  3  Sicherung und Evaluation

 

Ein nicht zu vernachlässigender Teil der Vorbereitung ist die Überlegung, wie überprüfbar ist, ob das Gelernte tatsächlich zum geistigen Eigentum des Schülers geworden ist, ob seine Kenntnisse und Fertigkeiten tatsächlich seinem Leistungsstand entsprechen und ob seine Verhaltensweisen mit dem Lernziel übereinstimmen.

Daher muss bereits bei der Planung der Unterrichtsstunde das Lernziel klar definiert sein, denn überprüfbar ist nur das, was vorher klar festgelegt wurde.

Insgesamt unterscheidet man 3 Funktionen, der Lernerfolgskontrolle:

·     Planungsfunktion

sie ist für die Gestaltung des weiteren Unterrichts unerlässlich

·     Bewertungsfunktion

mit der Bewertung des Unterrichts ist nicht nur eine Berichtsfunktion an die Erziehungsbe-rechtigten verbunden, sondern leider manchmal auch eine Disziplinierungsfunktion

·     Prognosefunktion

sie trifft die Selektion für künftige Schullauf-bahnempfehlungen und Berufsprognosen

 

Es muss daher in einer Unterrichtsvorbereitung auch überlegt werden, wie das Gelehrte und Gelernte auf seine Verfügbarkeit und auf seinen Transfer hin überprüft werden kann.

Zu einer Jahresplanung gehört auch dier Einsatz von Standards zur Überprüfung der Lernzeile, die der Lehrplan für ein Lernjahr vorgibt, Standards am Ende der 4. und 8. Schulstufe sind derzeit in Erprobung, die Überlegungen zur Umsetzung sollte an allen Schulen diskutiert werden.

 

 

 

 4 4 Entwurf einer Vorbereitung

 

„Vom Schreiben geht der heilsame Zwang aus, sich zu entscheiden, was man wirklich will“[6], daher sollte man auch die Unterrichtsplanung schriftlich festlegen, denn die Verschriftlichung der Vorbereitung dient dazu, Klarheit über die eigenen Absichten und über die der Planung zugrunde gelegten Voraussetzungen des Unterrichtes zu schaffen.

 

Zusätzliche Argumentation für eine schriftliche Vorbereitung schafft das neue Dienstrecht für Landeslehrer, das den B- Bereich für Vor- und Nachbereitung und Korrekturarbeiten festlegt und die Jahresnorm bestimmt, deren Bandbreite zwischen 1770 und 1800 schwankt. Allein die Untergrenze von 1770 Jahresnormstunden bedeutet bei 36 Schulwochen eine wöchentliche Stundenverpflichtung von 49 Stunden, abzüglich der Lehrverpflichtung von 21 oder 22 Stunden, verbleiben 28 bzw. 27 Stunden für die Bereiche B und C.

 

Somit ist festzuhalten, dass die Vorbereitung auf jeden Fall schriftlich zu erfolgen hat.

(Vorbereitungen können auch mit dem Computer erstellt werden und

sind in ausgedruckter Form vorzulegen.)

 

Dieser Vorschlag soll keine Rezeptur zur Abfassung von Unterrichtskonzepten sein, sondern eine Orientierung liefern, einen möglichen Weg aufzeigen. Grundsätzlich sollte jede Vorbereitung in folgende Phasen gegliedert sein:

 

·     Vorbereitungsphase mit Zielangabe

·     Einstiegsphase

·     Erarbeitungsphase

·     Auswertungsphase

 

Klasse

Gruppe(bei Leistungsgruppen)

Fach

Datum(Uhrzeit)

Lernziel(Feinziel)/Lehrziel/Handlungsziel:

 

 

Zeit

Schritte

Erläuterungen

0 ---

Einstieg

Wiederholung als warming up, Motivation

min

Arbeitsanweisungen

Erklären der Materialien, Unter-suchungen, Aufgabenstellung,

min

Erarbeitung

Schüler suchen nach Lösungen, gemein-same Strategien zur Aufgaben-bewältigung, Modelle erarbeiten

min

Zusammenfassung

Merktext, Ergebnisse bewerten und sichten, Tafelbild, Dokumentation

min

Übung und Festigung

Anwenden des Unterrichtsertrages, Transfer, Reflexion

50 min

Hausübung

Üben unter verschiedenen Bedingungen

 

Methodische Hinweise

Analyse, Problem lösen, vortragend, erarbeitend, Hörbeispiele,

Arbeitsmittel

Arbeitsblätter, Landkarten, Folien, Wandbilder, Video, Film,

Überprüfung

Test, Schularbeit, Mitarbeitskontrolle, mündliche Prüfung, Wettbewerb, Projekte

Besonderheiten

Besuch eines Museums, aktuelle Ereignisse, Teamteaching,  Schülerver-halten, Sitzordnung

Reflexion

als Ausgangspunkt weiterer Planungen

 

 

 4 5   Formen der Unterrichtsplanung

§        Jahresplanung

§        Wochenplan

§        Tagesplan

§        Unterrichtsstunde

Für Freiarbeit (offener Unterricht) ist eine ausführliche Wochenplanung, die die einzelnen Unterrichtsstunden abdeckt, ausreichend.

 

 

 

Während das Streben nach „guter Schule“ versucht, Qualitätskriterien zu finden, zu normieren und zu standardisieren, nimmt die VTS (verlässliche Tiroler Schule) ihre Vorstellungen, didaktischen Ziele und Inhalte, pädagogischen Werte und Orientierungen, ihre schulautonomen Freiräume, ihre regionalen Strukturen, ihre personellen Ressourcen und das gesamte erzieherische Umfeld als Ausgangspunkt für die Verschriftlichung und damit ursächlich verbunden für die konkrete Verantwortlichkeit für die Umsetzung der in Leitvorstellungen einer Schule vereinbarten Qualitätsbereiche.

 

Folgende Qualitätsbereiche sind für alle Schulen bedeutsam:

·       Qualität des Unterrichtes

·        Qualität des Lebensraumes Schule -/Klasse

·        Schulpartnerschaft an Außenbeziehungen

·        Qualität des Schulmanagements

·        Professionalität und Personalentwicklung

 

1.     Qualität des Unterrichtes:

·        Vorbereitung des Unterrichts (schriftlich), Lernziel, Festigung und Nachhaltigkeit

·        Unterrichtssprache (Klarheit, Verständlichkeit, Gliederung, Hochsprache)

·        Lehr- und Lernformen

·        Sozialformen

·        Unterrichtsdruck und Arbeitstempo

·        Umsetzung der Lehrplanforderungen

·        Beherrschung der Kulturtechniken

·        Einsatz moderner Lehr- und Lernmittel

·        Förderung und Forderung

·        Hausübungen, häuslicher Lernaufwand

·        Korrektur der schriftlichen Arbeiten

·        Unterrichtsanteil Lehrer - Schüler

·        Kommunikations- und Kooperationskultur an der Schule

·        Motivierung durch den Lehrer und Lernbereitschaft der Schüler

·        Strenge und Disziplin

·        Qualität von Kopien, Tafelbild

·        Lernanforderungen und Leistungsdruck

·        Prüfungen und Notengebung

·        Bildungswege und Chancen

·        Unterrichtsorganisation

·        Individualisierung und Differenzierung

·        Einhaltung der Stundentafel - Unterrichtszeit – Jahresstunden

·        Evaluation des Unterrichts und Unterrichtsertrages

·        Feedback von Lehrern – Lehrerinnen, Schüler – Schülerinnen und Erziehunsgberechtigten

 

 

 

5       Zusammenfassung

 

Pädagogisches Handeln ist zu komplex und unterliegt vielen, teilweise unbekannten Einflussgrößen, die in einer Unterrichtsplanung gar nicht alle berücksichtigt werden können, trotzdem müssen die didaktischen und methodischen Theoreme in alle Unterrichtsüberlegungen einfließen. Der Begriff Didaktik leitet sich ja vom griechischen Verb didaskein ab und bedeutet lehren/lernen, doch so eng darf dieser Begriff heute nicht gesehen werden, denn die Didaktik hat sich nicht nur zu fragen, was gelernt werden soll (Lerninhalte), sie hat sich zu kümmern, wer, was, wann, mit wem, wo, wie , womit, warum und wozu lernen soll. Also, worauf warten wir noch, tun wir’s.

 

 

"Schule lässt sich durch nichts mehr verbessern

als durch einen besseren Unterricht”   Wöll

 

6       Kurzfassung zur Vorbereitung:

 

§        Grundlage jeglicher Planung ist der Lehrplan

§        Formulierung des Lernzieles

§        Schriftliche Vorbereitung enthält

a)    Lernziel (Mehrwert an Wissen, Übung, Festigung, Vertiefung …)

b)    Wichtige Phasen des Unterrichts

c)    Sicherung

d)    Situationsgebundene Aufgaben  (Übung, Hausübung)

§        Evaluation (Lernziel erreicht)

 

 

 

Innsbruck, am 15. Jänner 2006

Dr. Reinhold Wöll

LSI



[1] Die Vorbereitung umfaßt fachliche, didaktische, methodische , in der modernen Schule aber auch psychologische, gesellschaftskundliche, berufskundliche und andere Aspekte. Die Erfüllung der Lehrverpflichtung ist nur ein Teil der Arbeit des Lehrers; Vorbereitung einschließlich der beruflichen Fortbildung und Auswertung der Unterrichtsarbeit sind gleichwertige Bestandteile seiner Berufsarbeit.

[2] Roth 1976, Unterricht

[3] Schulz W, Unterrichtsplanung heute

[4] Schmidt W, Unterrichtsgestaltung, Seite 120

[5] Peterssen W, Unterrichtsplanung

[6] „Didaktische Modelle“ Jank W, Meyer H